Sri Lanka: Kultur-, Surf- und Reisebericht

März 4, 2022
Jasmin Ruppitsch

Sri Lanka

Sri Lanka ist bekannt für Tee, einzigartige Landschaften und Tiervielfalt. Doch besonders in der Surfer-Szene ist Sri Lanka unter den Top Reisezielen. Mit dem angenehmen Klima und einer ganzjährigen Surf Season, lockt es jährlich Tausende Touristen an die Insel im Indischen Ozean. Ich nutzte dieses Jahr meine Semester Ferien, um mir meinen lang ersehnten Wunsch von der Sri Lanka Reise zu erfüllen. Wenn du interessiert bist an einem Trip nach Sri Lanka, und mal auschecken möchtest was die Insel so an Wellen und Kultur zu bieten hat, bist du hier richtig!

First things first

Die singhalesische Regierung nahm die Pandemie sehr ernst und hielt die Grenzen Sri Lankas für 2 Jahre komplett geschlossen. Seit 21.01.2022 ist die Einreise unter bestimmten Auflagen wieder möglich.

Was braucht man um problemlos einreisen zu können?

COVID-Einreisebestimmungen können ziemlich kompliziert sein, deswegen habe ich hier versucht es so verständlich wie möglich aufzureihen:

  • Vollständige Immunisierung (2 Impfdosen, wobei von der letzten Teilimpfung mind. 14 Tage vergangen sein müssen) + Antigen oder PCR-Test
  • Genesungsbescheid (nicht älter als 6 Monate) + 1. Teilimpfung + Antigen oder PCR-Test
  • Genesungsbescheid (nicht älter als 3 Monate) + Antigen oder PCR-Test
  • OHNE Immunisierung oder Genesung: Registrierung auf Regierungswebsite, PCR-Test (nicht älter als 72 Stunden), bei Ankunft weiterer PCR-Test, danach ist nur eingeschränkter Tourismus möglich (man darf nur ausgewählte Sehenswürdigkeiten besuchen), nach 7 Tagen weiterer PCR-Test, wenn dieser negativ ist, darf man sich frei im Land bewegen

Zusätzlich muss jeder vor Einreise eine Health Declaration ausfüllen. Diese kann man entweder schon im Voraus online ausfüllen, oder man bekommt sie am Flughafen. Beim Rückflug muss man die Vorschriften des Ziellandes beachten. VORSICHT: Es gibt Airlines die unabhängig vom Zielland einen negativen COVID-Test verlangen!

Vor Ort kann man sich frei bewegen, und es wird nur in Großstädten wie Colombo oder Kandy das Tragen einer Maske verlangt.

Transport

Ziemlich wahrscheinlich landest du in Colombo, bzw. in Katunayake, wo sich der internationale Flughafen befindet. Ich persönlich bin gleich nach meiner Ankunft in den Süden gefahren, solltest du dir Colombo ansehen wollen, reichen 2 Tage vollkommen aus.

Der einfachste Weg vom Flughafen in den Süden zu kommen ist per Taxi. Ich kam mitten in der Nacht an und habe mich daher für das Taxi entschieden, denn ich wollte nicht in Colombo bleiben. Am Flughafen habe ich jemanden kennengelernt, der in die gleiche Richtung musste und somit teilten wir uns die Kosten. Nach Weligama kostet ein Taxi 12.000 LKR, was ungefähr 50€ entspricht. Die Fahrtdauer beträgt dabei ungefähr 2,5 Stunden. Natürlich kann man auch den Bus oder Zug nehmen, die fahren aber nur tagsüber. Die Kosten hierfür sind um einiges günstiger, allerdings ist dafür die Fahrtzeit auch länger 😉

Endlich am Beach

Weligama ist der perfekte Ort für Surf Newbies! Da es in einer Bucht gelegen ist, ist Weligama geschützt vor den Heaviest Swells und hohen Wellen, was es zur Beginner-Surf-Town schlechthin macht. Die warmen Temperaturen des indischen Ozeans erlauben dir ganz easy nur mit Rash-Guard zu surfen und die „Baby Waves“ am Main-Point sind ideal um als Anfänger so viele Wellen wie möglich zu catchen. Einziger Nachteil: das Line-up ist oft überfüllt, und dadurch kann es manchmal gefährlich werden, da nicht alle die Regeln beachten und zeitweise 20 Leute dieselbe Welle surfen wollen.

Doch auch wenn du deine Skills verbessern möchtest, oder schon am intermediate Level surfst, kannst du außerhalb von Weligama eine Vielzahl von Strand- und Reef-Breaks finden, die etwas anspruchsvoller sind, wie zum Beispiel:

  • Coconut und Plantation: die Top-Surfspots für fortgeschrittene Surfer, befinden sich nur einen Kilometer südlich von Midigama Beach. An diesen beiden Spots kann ein Swell von zwei Metern entstehen
  • Rams ist der beste Surfspot für Fortgeschrittene: Barrels sind hier keine Seltenheit.
  • Lazy Left ist der berühmteste Surfbreak in Midigama, perfekt für fortgeschrittene Surfer. Das Deep Reef bietet an guten Tagen 500 Meter lange Linksrides! Am besten surfst du hier bei Low-Tide

Und viele mehr…

Ein Tuk-Tuk empfiehlt sich hier zum Transport. Die Surf Breaks liegen alle ziemlich nahe beieinander, also zahlst du maximal 5€ für eine Fahrt.

Rundum Weligama gibt es endlos viele Surf-Camps oder Surf-Schulen und man kann problemlos überall Boards ausleihen. Ich habe mich für das „The Surfer“ Surf-Camp entschieden, es liegt etwas außerhalb vom Zentrum, 1 Minute Gehzeit zum Strand und circa 5 Minuten zum Main-Point.

Hot, hotter, Sri Lanka

In Sri Lanka kannst du das ganze Jahr über surfen – an der Südwest Küste ist von November-April Hochsaison, die Surf Season rund um Arugam Bay ist von Mai bis September. Das Wetter ist im Allgemeinen sehr heiß an der Küste, und es hat ziemlich beständige 29-30 Grad. Ich empfehle dir wärmstens genug Zink und Sonnencreme zu verwenden, solltest du eine empfindlichere Haut haben. Auch abends sind die Temperaturen sehr angenehm, und es lädt zum nachtbaden ein 😉 Regen ist in den Trockensaisonen sehr selten, sollte es einmal regnen dauert das meistens nur einige wenige Stunden.

Im Landesinneren rund um die Bergregionen Ella und Nuwara Eliya kann es schonmal etwas kühler werden und du brauchst vielleicht eine lange Hose und Jacke. Tagsüber hat es hier etwa um die 25 Grad, während nachts etwa 17 Grad normal sind.

Wie tickt Sri Lanka

Ohne Zweifel ist Sri Lanka eines der gastfreundlichsten Länder, die ich je besucht habe. Der Inselstaat ist nicht nur reich an Kultur, auch an spirituellen und respektvollen Menschen. Überall wo ich hinkam, wurde ich mit offenen Armen begrüßt und mir wurde immer sofort Hilfe oder Essen angeboten. Ja, wirklich. Singhalesen sind kulinarisch sehr begabt, und kochen daher gerne und viel. Das typische Gericht, Rice and Curry, wird dort nur mit den Fingern gegessen und sehr gerne mit anderen geteilt. Was für uns Europäer auch ohne COVID eher nicht in Frage kommt, zeugt in Sri Lanka von Respekt und Gastfreundschaft. Nicht nur sind die Singhalesen sehr offen, sondern auch feierlustig. Wenn du nach ordentlichen Partys suchst, bist du in den Touristenregionen Sri Lankas genau richtig. Meine ersten 9 Tage in Sri Lanka bestanden aus surfen, essen und feiern – kann man lassen.

Aufpassen solltest du nur wenn es um Geld geht – setze hier deinen Hausverstand ein und lass dich nicht über den Tisch ziehen. Grundsätzlich ist in Sri Lanka alles günstig, kommt dir etwas zu teuer vor, frag nach. Ansonsten wirst du ausgenutzt.

Wieviel Geld solltest du einplanen?

Wie eben erwähnt ist Sri Lanka recht günstig. Natürlich kommt es darauf an, wieviel/wielange du unterwegs bist und wieviel Luxus du brauchst. Ich versuche es mal einfach darzustellen:

Günstiger Transport: Tuk-Tuk, Bus, Zug (meistens im einstelligen € Bereich, bei Tuk-Tuk Kilometerabhängig)

Teurere Transportmöglichkeiten: Auto ausleihen, Taxi (im zweistelligen € Bereich)

Günstige Unterkunft: Lokales Surf-Camp (ich habe für ein schönes Dorm-Bett im ‚The Surfer‘ für 9 Tage inkl. Frühstück, Abendessen, Surf Lesson & Yoga Lesson 450€ gezahlt)

Teurere Unterkünfte: viele Surf-Camps starten ab 800€/Woche, Hotels variieren

Flugkosten: ab München circa 600€ hin und retour mit Qatar

Essen & Trinken: pro Tag circa 10€, man schafft es auch darunter (außer man geht feiern, da musst du mit europäischen Preisen rechnen)

Grob geschätzt brauchst du, wenn du dir auch ein paar Sehenswürdigkeiten ansehen willst, mit Flügen 1500-2000€ für 2 Wochen.

Zum Abschluss noch ein paar Tipps für deinen Trip

  • Hol dir eine singhalesische SIM-Karte
  • Tausche mit den Tuk-Tuk Fahrer deines Vertrauens die Nummern aus, sodass du immer schreiben kannst, falls du abgeholt werden musst
  • Checke immer dein Wechselgeld
  • Setze dich mit Locals in Verbindung, um die besten Surf Spots zu entdecken
  • Wenn du interessiert am Kochen oder Fischen bist, frag einfach die Locals, die nehmen dich gerne mit zum Fischen und Kochen dann bei ihnen zuhause

1 Kommentar

  1. carinthiansurfer

    ya’mon! ich find das mega nice, dass du das durchgezogen hast und so spannend davon berichtest! ich wusste bis dato nicht, dass sri lanka so ein surf hot spot ist, aber jetzt hat sich meine motivation, dorthin zu fahren, massiv gesteigert! danke jasmin für diesen schön aufgearbeiteten und wirklich interessanten reisebericht! keep on surfing in a free world! xxx

    Antworten

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